tablet-guide.de

SmartPad – Kostenloses Tablet von 1&1

Wie befürchtet erreicht uns im Sommer 2010 die erste Welle mit den sogenannten iPad Killern. Überraschend prescht der DSL-Hoster 1&1 vor und bringt noch vor namenhaften Hardwareherstellern ein eigenes Internet-Tablet heraus. Was kannst du vom SmartPad erwarten?

Bevor ich meine subjektiven Gedanken zum SmartPad äußere, muss ich klarstellen, das bis jetzt noch Keiner dieses Gerät in den Händen halten konnte und sich somit meine Überlegungen ausschließlich auf die spärlich verfügbaren Fakten stützen.

Die Ausstattung des SmartPads

Wenn mann ehrlich ist, gehört das SmartPad aufgrund seiner Größe (7 Zoll Bildschirm) eher in die Geräteklasse MID (Mobile Internet Devices) und weniger zu den Tablet Computern. Die Bezeichnung „Tablet PC“ wird von 1&1 wohl eher aus strategischen Gründen genutzt.

Mit 500MHz ARM-Prozessor, 256MB Arbeitsspeicher und 7-Zoll Touch-Bildschirm (kein Multitouch) ist das 1&1 SmartPad schlechter bestückt als viele aktuelle Smartphones, die üblicherweise mit 600MHZ und zunehmend mit 1GHz laufen. Spiele und HD-Videos werden mit diesem „Aufgebot“ nicht viel Freude machen.

Der Touchscreen hat eine Auflösung von 800×480 Pixel, damit können die meisten Webseiten nicht komplett angezeigt werden, da heute eine Auflösung von 1024×768 üblich ist. Kein Problem bei einem Handy, aber ein Tablet Computer sollte Webseite in voller Auflösung darstellen können. Außerdem kann das Pad nicht mit mehreren Fingern gleichzeitig bedient werden. Multitouch gibt’s nicht.

SmartPad von 1&1 Internet AG

Erfreulich ist der USB-Anschluss, der ausklappbare Standfuß sowie die Speicher-Erweiterbarkeit dank MicroSD Kartenslot. Bluetooth für externe Kopfhörer und Tastaturen hat das Gerät nicht.

Seltsam sind die Hardware-Buttons, die auf dem von 1&1 herausgegebenen Werbebild zu sehen sind. Sie sind in der Herkunft des Betriebssystems zu erklären: Smartphones; viele Android-Programme erwarten am Gerät Buttons wie „Zurück“ und „Suchen„. Es ist nicht unwahrscheinlich das man die Buttons ungewollt auslöst.

Software auf dem 1&1 SmartPad

Bekanntlich ist die Software mindestens genau so wichtig wie die Hardware. Umso erfreulicher ist, dass auf dem Gerät ein Android Betriebssaystem läuft. Unerfreulich dagegen ist die veraltete Version (Android 1.6) und der fehlende AndroidMarket. Die Fülle an vorhandenen Android Apps bleibt dem SmartPad-Nutzer erstmal vorenthalten. Ein eigener Markt soll das Gerät jedoch mit Software beliefern, eine klare Enttäuschung.

Welche Aussichten hat das SmartPad?

Dank der eingeschränkten Software sowie der schwachen Hardware wird das SmartPad nicht viele nützliche Anwendungsfälle finden. All das, was das iPad ausmacht (tolle Spiele, angenehmes Tippen auf der großen Bildschirmtastatur, großartiger Webbrowser und ein durchdachtes Bedienungskonzept) wird man auf dem SmartPad vermissen.

Übrig bleibt die Möglichkeit ein bisschen eMail, Facebook und Twitter zu checken. Aber auch das nur in einem WLAN. Unterwegs muss man einen separaten UMTS-Stick nutzen, da es das SmartPad nicht mit 3G Funktionalität geben wird.

SmartPad mit UMTS-Stick
An den integrierten USB-Anschluss kan ein UMTS-Stick angesteckt werden.

Verfügbarkeit und Preis

Das SmartPad gibt es vorerst nur für 1&1 DSL-Neukunden, die sich für einen 16.000er DSL Vertrag entscheiden, dafür allerdings kostenlos. Später wird das Gerät auch Bestandskunden angeboten sowie frei zu kaufen sein, berichtet golem.de. Zu welchen Konditionen steht aktuell noch nicht fest.

Wer sich sowieso eine schnelle DSL-Flat anschaffen wollte, kann sich über dieses Gimmik freuen. Die gleiche Vielfältigkeit und einfache Bedienbarkeit wie die des iPads darf man aber nicht erwarten. Persönlich würde ich das SmartPad nicht kaufen, da dieses Jahr mit Sicherheit noch attraktivere Alternativen auf den Markt kommen.

Veröffentlicht am 1. Juli 2010

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.