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Die Irrwege des HP Slate PC

Der HP Slate PC galt als ernst zu nehmender iPad Killer noch bevor das iPad von Apple überhaupt angekündigt war. Anfang April 2010 verteilte HP einige Testgeräte um Kundenmeinungen einzuholen. Statt Lob kam Kritik. Als zu langsam und nervig wurde der Slate PC beurteilt. Ende April kam jedoch die Überraschung: Das Projekt Slate PC scheint erstmal auf Eis zu liegen.

Die Geschichte fing an als…

Als sich im Januar 2010 die Gerüchte auf ein Tablet von Apple verdichteten, holte Microsoft zum vermeintlichen großen Schlag aus. Auf der CES 2010 in Las Vegas wedelte Microsoft Chef Steve Ballmer mit einem Windows 7 Tablet, dem HP Slate durch die Luft. Doch aus dem großen Marketing-Coup wurde nichts, wenige Wochen später präsentierte Apple das iPad und die Medien berichteten nur noch darüber.

Vom HP Slate sickerten währen der andauernden iPad-Manie nur spärlich Informationen an die Öffentlichkeit. Während Apple immer darauf bedacht war konkrete Termine und Preise zu nennen, wurde über eine Verfügbarkeit des HP Slate nur gemunkelt.


Tolles Slate PC Werbevideo, was mit der Realität wohl nicht viel gemein hatte.

Ende April 2010 war die Fachwelt deutlich überrascht, als HP verkündete, den zum Verkauf stehenden Smartphone-Hersteller Palm zu übernehmen. Allen war sofort klar, was sich hier für eine Gelegenheit auftat: Palm hat mit dem Palm Pre und Palm Pixi zwar nur mäßig erfolgreiche Telefone, hatte mit WebOS aber eines der vortschrittlichsten Smartphone-Betriebssysteme im Rucksack.

Kurz nach der Übernahmeankündigung sickerte durch, dass der HP Slate vorerst nicht erscheinen würde. Was? Das Produkt mit dem Microsoft Apple zuvorkommen wollte? Eine dumme Entscheidung? Ein unkluger Schachzug? Wohl eher nicht.

Schaut man genauer hin, macht HP das einzig Richtige in dieser Situation. Es ist kein Geheimnis das WebOS auch für Tablet Computer ein prädestiniertes Betriebssystem darstellt. Nachdem es kein Geheimnis mehr ist, dass Windows 7 per Touchscreen miserabel bedienbar ist, wäre es doch schlau einfach WebOS als Basis zu nutzen.

HP hat das Slate-Projekt pausiert, weil Erstens die Palm-Übernahme in Trockene Tücher gebracht werden will und Zweitens die Hardware überarbeitet werden muss, sollten sie tatsächlich WebOS nutzen wollen. Dieses System läuft auf ARM-Prozessoren und nicht auf der Intel-Atom Architektur. Die Leute bei HP haben also allerhand zu tun um bis zum nächsten Weihnachtsgeschäft ein konkurrenzfähiges Webtablet auf die Beine zu stellen.

Einzig Microsoft wird sich betrogen fühlen, immerhin hat sich HP mit Palm auch ein bisschen M$-Unabhängigkeit erkauft.

Veröffentlicht am 9. Mai 2010 Stichworte:

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